
Kunststoffrecycling erfordert internationale Zusammenarbeit
Autor: Mikko Ahokas, CEO des Bioökonomie- und Kreislaufwirtschaftsunternehmens Macon
Kunststoffrecycling erscheint auf den ersten Blick eine einfache Aufgabe – nur die Kunststoffe trennen und wiederverwenden. Technisch ist das Recycling jedoch schwieriger, da unterschiedliche Kunststoffarten wie harte und weiche Kunststoffe nicht miteinander vermischt werden können.
Die technischen Herausforderungen beim Kunststoffrecycling sind auf die Vielfalt der Kunststoffe zurückzuführen; es gibt Hunderte verschiedener Kunststoffe, die sich in ihren chemischen Eigenschaften unterscheiden. Die verschiedenen Kunststoffarten erfordern beim Recycling unterschiedliche Behandlungsprozesse, was die Trennung und Aufbereitung komplex macht. Darüber hinaus können Kunststoffe Additive enthalten, die die Qualität des Endprodukts beeinträchtigen.
Die derzeitige Technologie, die ausschließlich auf mechanischer Trennung beruht, garantiert keine ausreichend hohe Qualität des recycelten Kunststoffmaterials. Chemische Recyclingprozesse erfordern auch hohe Reinheitsstandards für Kunststoffe.
Der Prozess des Kunststoffrecyclings selbst kann jedoch in vielerlei Hinsicht verbessert werden. Syklo hat beispielsweise einen völlig neuen Prozess entwickelt, der die Trennung von Kunststoffarten verbessert und die Herstellung noch hochwertigerer Recyclingkunststoffe ermöglicht.
Verbraucher spielen eine entscheidende Rolle
Viele Länder haben bereits erweiterte Regelungen zur Herstellerverantwortung eingeführt, durch die Hersteller verpflichtet sind, die Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte, einschließlich des Recyclings, zu übernehmen. In Europa haben viele Länder eine sogenannte Kunststoffsteuer eingeführt, durch die Hersteller von Kunststoffprodukten steuerliche Vorteile erhalten können, wenn sie recycelten Kunststoff in ihren Produkten verwenden. Darüber hinaus wird das Vorhaben der EU, Einwegkunststoffprodukte zu verbieten, neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen.
Intelligente Logistiksysteme und optimierte Containergrößen können die Effizienz der Logistik erhöhen und den Einsatz recycelten Kunststoffs günstiger machen. Hartkunststoffe sollten zusätzlich zum Verpackungsmaterial separat recycelt werden, um sicherzustellen, dass alle Kunststoffe ordnungsgemäß recycelt werden. Die Verbraucher sollten auch in der Lage sein, verschiedene Kunststoffarten genauer zu identifizieren und zu sortieren.
Glücklicherweise ist die Sammlung von Kunststoffverpackungen aus Haushalten in Finnland deutlich gestiegen, und die Industrie engagiert sich aktiv beim Recycling ihrer eigenen Abfälle. Weltweit ist Finnland jedoch aufgrund seiner stark ausgeprägten Abfallverbrennungskultur kein Vorreiter in diesem Bereich. Schätzungen zufolge zahlt Finnland derzeit der EU Strafzahlungen in Höhe von Dutzenden Millionen Euro wegen nicht recycelter Kunststoffe und niedriger Recyclingquoten.
Auf dem Weg zu umweltfreundlicherem Recycling
In Zukunft wird das Kunststoffrecycling dank technologischer Weiterentwicklungen und eines wachsenden Bewusstseins effizienter und umweltfreundlicher. Finnland und der Rest der Welt investieren in Recyclinginfrastrukturen, innovative Recyclingtechnologien, Verbraucheraufklärung und Digitalisierung.
Weltweit erfordert die Zukunft des Kunststoffrecyclings eine internationale Zusammenarbeit. Es ist wichtig, dass die Länder zusammenarbeiten, um Standards, Vorschriften und bewährte Verfahren auszutauschen. Mit der Weiterentwicklung der Bewertung und Messung von Umweltauswirkungen werden wir die Vorteile und Methoden des Recyclings besser verstehen und ausbauen können. Dies erfordert ständige Forschung, Innovation und einen offenen Dialog.
Die Rolle der Verbraucher wird für die Zukunft des Kunststoffrecyclings immer wichtiger, da sie besser informiert und ermutigt werden, nachhaltig zu handeln. Wer in die Digitalisierung und die Entwicklung von Sammelsystemen investiert, wird am Markt erfolgreich sein.